Tipps zur Pflege traditioneller japanischer Kleidung
Traditionelle japanische Kleidung ist ein Kulturgut. Ob Kimono, Yukata, Haori oder Obi – jedes Stück steht für Handwerkskunst, hochwertige Naturmaterialien und jahrhundertealte Tradition. Damit diese Textilien ihren Wert, ihre Schönheit und ihre Struktur behalten, ist die richtige Pflege entscheidend..
ALLTAGSLEBEN UND BEKLEIDUNG
Seiko Begert
1/9/20262 min lesen



Warum ist die richtige Pflege japanischer Kleidung so wichtig?
Japanische Kleidungsstücke unterscheiden sich grundlegend von westlicher Mode. Sie bestehen meist aus Seide, Baumwolle, Hanf oder Ramie und wurden häufig handgefärbt. Diese Materialien reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit, Licht und falsche Reinigung.
Eine unsachgemäße Pflege kann:
Farben dauerhaft ausbleichen
Stoffe spröde machen
Nähte und Webstrukturen zerstören
den Sammler- oder Wiederverkaufswert massiv senken
Wie pflegt man traditionelle japanische Kleidung richtig?
Reinigung, Lagerung und langfristiger Werterhalt
Reinigung: so selten wie möglich
Grundsatz: Kimono werden nicht regelmäßig gewaschen.
Seidenkimono
niemals in die Waschmaschine
keine aggressive chemische Reinigung
nur bei starken Verschmutzungen: spezialisierte Textilreinigung mit Erfahrung in historischen Stoffen
Yukata aus Baumwolle
kalte Handwäsche
mildes, farbschonendes Waschmittel
liegend trocknen, nicht wringen
Fleckenbehandlung
sofort vorsichtig trocken abtupfen
nicht reiben
kein Wasser auf Fett- oder Ölflecken
Lüften statt Waschen
Traditionell werden Kimono regelmäßig gelüftet (Mushi-boshi):
an einem schattigen, trockenen Ort
fern von direkter Sonne
einige Stunden reichen aus
Das verhindert:
Schimmelbildung
muffige Gerüche
Feuchtigkeitsschäden
Falten & Lagern – entscheidend für die Lebensdauer
Tatami-kata (traditionelles Falten):
entlastet Nähte
verhindert Knickschäden
erhält die ursprüngliche Schnittform
Optimale Lagerung
in säurefreiem Tatōshi-Papier
kühl, trocken und dunkel
niemals Plastik
Zedernholz oder Mottenpapier ohne direkten Stoffkontakt
Pflegeintervall
1–2 Mal pro Jahr auslegen
neu falten
Zustand kontrollieren
Häufige Pflegefehler vermeiden
❌ Dauerhaftes Aufhängen
❌ Lagerung in Keller oder Dachboden
❌ Bügeln mit Hitze oder Dampf
❌ Kontakt mit Parfum, Haarspray oder Deodorant
Eine häufig gestellte Frage zur Kimono-Pflege
Kann man einen Kimono selbst waschen?
In den meisten Fällen nein. Besonders Seidenkimono dürfen nicht selbst gewaschen werden, da Wasser und Reibung die Fasern, Farben und Nähte zerstören können. Selbst bei Baumwoll-Yukata ist Vorsicht geboten. Wer den Wert und Zustand erhalten möchte, sollte auf Lüften und fachgerechte Lagerung setzen statt auf häufiges Waschen.
FAQ – Häufige Fragen zur Pflege traditioneller japanischer Kleidung
Wie oft sollte man einen Kimono reinigen lassen?
Nur bei sichtbarer Verschmutzung oder Geruch. Viele Kimono werden jahrzehntelang nicht gewaschen, sondern ausschließlich gelüftet.
Wie bewahrt man einen Kimono am besten auf?
Gefaltet in säurefreiem Papier, liegend, dunkel und trocken. Idealerweise in einem speziellen Kimono-Schrank (Tansu).
Ist Mottenpapier erlaubt?
Ja, aber niemals direkt auf den Stoff legen. Natürliche Zedernprodukte sind besonders geeignet.
Darf man einen Kimono bügeln?
Nein. Hitze und Dampf können Seide dauerhaft schädigen. Falten glätten sich durch korrektes Lagern von selbst.
Kann man alte Kimono tragen?
Ja, sofern sie gut erhalten sind. Viele Vintage-Kimono sind robuster als moderne Stoffe – vorausgesetzt, sie wurden richtig gepflegt.
Fazit: Pflege ist Werterhalt und kultureller Respekt
Die Pflege traditioneller japanischer Kleidung bedeutet:
Schutz wertvoller Materialien
Achtung vor Handwerkskunst
langfristigen Erhalt kulturellen Erbes